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Mutter`s Hände |
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Mutter`s Hände
Mutter`s Hände waren früher glatt und weich, heute nun dünnhäutig, fleckig und faltenreich – erzählen sie von des Lebens gelebten Jahren und von früher schwarzen, jetzt grauen Haaren. Mutter`s Hände haben Milchkannen getragen, Zither oder Mandoline gespielt in Jugendtagen, später Pullis und warme Wollsocken gestrickt. Was Mutter auch anfing, ist ihr immer geglückt. Mutter`s Hände haben ihr Kind so gern frisiert, es gebadet, gewickelt, nachdem sie es gebiert. Sie haben es zart gestreichelt und verbunden, und das nicht nur einmal, sicher viele Stunden. Mutter`s Hände haben im Leben viel geschafft, die ganzen Jahre hindurch, oft mit letzter Kraft. Sie haben gewaschen, gebacken und gekocht, sich dabei verzehrt, wie bei der Kerze der Docht. Mutter`s Hände haben bunte Blumen gepflanzt, Vater gehalten, wenn sie liebend gerne getanzt. Sie haben Böden gescheuert, Fenster geputzt und sich durch die viele Arbeit stark abgenutzt. Mutter`s Hände haben im Wald Pilze gesucht, denn Mutter musste sparen, war nicht betucht. Der Wald war für sie immer eine gute Quelle: ob Tannenzapfen, Beeren - sie war zur Stelle. Mutter`s Hände haben vielfach Gäste versorgt, denn sie hat ihre Zeit gerne Menschen geborgt. Ihre Hände haben einen Schaufelstil umfasst, und Mutter klagte nicht über des Lebens Last. Mutter`s Hände – jetzt im Alter dürfen sie ruhn, weil andere sie pflegen und nun ihre Arbeit tun. Doch im Geist schaffen ihre Hände immer noch, wenn sie plötzlich zu mir sagt: Ich möchte doch..... |
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Autor: Sieglinde Seiler Titel: Mutter`s Hände (Crailsheim, 10.6.09) gepostet von Sieglinde Seiler am Date: 19.01.2011 13:28 → Alle Sieglinde Seiler Gedichte |